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Tea-Bag


€ 24,90
 
gebunden
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Februar 2003

Beschreibung

Beschreibung

Jesper Humlin hat es nicht leicht. Er ist ein gefeierter Lyriker, doch sein Verleger besteht darauf, dass er endlich einen Kriminalroman schreibt. Seine Freundin will ein Kind von ihm, der Kurs seiner Wertpapiere ist gefallen, und seine über achtzigjährige Mutter hat eine Agentur für Telefonsex eröffnet. Alle anderen scheinen erfolgreicher zu sein als er. Da bringt eine Lesung im Boxclub eines alten Freundes die Wende in seinem Leben. Dort lernt er Tea-Bag, ein schwarzes Flüchtlingsmädchen, und ihre Freundinnen kennen. Sie wollen Schriftstellerinnen werden und bei Jesper Humlin in die Lehre gehen. Und nach und nach erfährt er ihre Geschichten: von Tea-Bag, die aus dem Sudan kommt und immer von einem unsichtbaren Affen erzählt, von Tanja, der Russin, die massenhaft Handys klaut und mit dem Dietrich hantiert wie andere Frauen mit dem Lippenstift, und von Leyla, die einen jungen Schweden liebt und vor dem Zorn ihrer iranischen Sippe flieht. Als Jesper Humlin versucht, die Mädchen vor der Polizei in Sicherheit zu bringen, beschwört er ungeahnte Verwicklungen herauf, die zu einem tragikomischen Höhepunkt führen. Ein Buch von wunderbarer Komik und tiefem Ernst - ein neues Genre, in dem Mankell wie in seinen früheren Büchern brilliert.

Portrait

Henning Mankell, 1948 als Sohn eines Richters in Stockholm geboren, wuchs in Härjedalen auf. Als 17-jähriger begann er am renommierten Riks-Theater in Stockholm das Regiehandwerk zu lernen. 1972 unternahm er seine erste Afrikareise. Sieben Jahre später erschien sein erster Roman "Das Gefangenenlager, das verschwand". In den kommenden Jahren arbeitete er als Autor, Regisseur und Intendant an verschiedenen schwedischen Theatern. 1985 wurde Henning Mankell eingeladen, beim Aufbau eines Theaters in Maputo, Mosambik, zu helfen. Er begann zwischen den Kontinenten zu pendeln und entschied sich schließlich, überwiegend in Afrika zu leben. Dort ist auch der größte Teil der Wallander-Serie entstanden. Außerdem schrieb Henning Mankell Jugendbücher, von denen mehrere auch in Deutschland ausgezeichnet wurden. 2009 erhielt er den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis. Henning Mankell verstarb im Oktober 2015.

Pressestimmen

Ein neuer Mankell? Da schlagen die Herzen der Leser sofort höher, auch wenn der schwedische Bestseller - Autor diesmal keinen Krimi vorlegt. Doch was sind schon Wallander und Co gegen die berührende Geschichte dreier Flüchtlingsmädchen: Tea-bag, Leyla und Tanja, halten sich illegal in Schweden auf und verspüren keinen größeren Wunsch, als schreiben zu lernen; und das am besten von einem richtigen Experten: dem Lyriker Jesper Humlin. Eigentlich reißt sich Jesper nicht darum, sich mit diesen Mädchen abzugeben, ist er doch vollauf mit der Erhaltung seiner Sonnenbräune beschäftigt. Zudem muss er sich nachhaltig gegen die eifersüchtigen Vorwürfe seiner Freundin Andrea zur Wehr setzen. Ganz abgesehen von seiner Mutter, die nicht nur beschließt mit reifen achtzig Jahren noch einen voluminösen Thriller zu verfassen, sondern ganz nebenbei ihre Rente mit Telefonsex aufbessert. Und dann ist da noch sein Verleger, der bereits die Marketing - Kampagne für sein neues Buch startet: natürlich einen Krimi. Wer da an Mankell und seinen Kommissar Wallander denkt, liegt ganz bestimmt nicht falsch. Die drei Mädchen lassen sich jedoch nicht so schnell beiseite drängen und ganz langsam, je mehr sich Jesper auf ihre traurigen Schicksale einlässt, beginnt er sich selbst zu verändern und seine eigene Umwelt neu, sensibler, wahrzunehmen und er stellt zu seiner Überraschung fest, dass er sein eigenes Land nicht mehr kennt. Allerdings verharren die drei jungen Frauen längst nicht in ihrer Opferrolle. Dafür haben sie allesamt zu viel gesehen. Dass sie nicht immer bei der Wahrheit bleiben, lernt Jesper schnell, dass sie ihre Identität im Handumdrehen verändern können, lässt ihn staunen, doch als sie die Handys einer ganzen Polizeistation entwenden, ist er sprachlos. "Eins haben die Mädchen mich gelehrt. Sie kommen allein zurecht. Sie sind keine hilflosen Opfer. Sie gehen siegreich aus jedem Boxmatch hervor, in das sie hineingezwungen werden." Es hat lange gedauert, bis die drei so weit waren. Ihre jeweiligen Geschichten bilden den Kern dieses großartigen, dialogreichen Romans, der zum einen die Einwandererproblematik unsere Gegenwart abbildet und zum anderen, die Eitelkeiten des Literaturbetriebs auf die Schippe nimmt. Mit dieser Mischung überzeugt Mankell wieder einmal auf der ganzen Linie. Manuela Haselberger
EAN: 9783552052208
ISBN: 3552052208
Untertitel: Roman. Originaltitel: Tea-Bag. 6. Auflage.
Verlag: Zsolnay-Verlag
Erscheinungsdatum: Februar 2003
Seitenanzahl: 384 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Verena Reichel
Format: gebunden
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