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Schach Zug um Zug


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Januar 2004

Beschreibung

Beschreibung

- Das offizielle Lehrbuch des Deutschen Schachbundes, damit Sie Schach spielen wie der Schachgroßmeister Helmut Pfleger!
- Zur Vorbereitung auf Bauern-, Turm- und Königsdiplom.
- Vergnüglich und einfach, für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.

Portrait

Dr. Helmut Pfleger ist Schachgroßmeister und durch zahlreiche Fernsehbeiträge bekannt. Er zählt zu den besten deutschen Schachspielern.

Leseprobe

Das ist ja ein ganz tolles Spiel, das tollste Spiel der Welt! Der Philosoph Arthur Schopenhauer schrieb:
"Das Schachspiel 'berragt alle andern Spiele so weit wie der Chimborasso einen Misthaufen." Die Liste der Ber'hmtheiten, die am Schachspiel Vergn'gen fanden, reicht von Napoleon bis Sherlock Holmes, von Rousseau bis Nabokov, wir w'ssten nicht einmal dann alle aufzuz'en, wenn wir hier den Platz daf'r h'en.
Die Urspr'nge des Schachspiels liegen im Dunkeln. Man nimmt an, dass Vorl'er, verschiedene Arten von "Urschach", im 1. Jahrtausend vor Christus in Indien entstanden; auch in 'ptischen Gr'rn dieser Epoche fanden sich Spielbretter mit abwechselnd wei'n und schwarzen Feldern und mit S'en von verschieden geformten Figuren.
Jedenfalls gelangte das Spiel in der Folge der muslimischen Eroberungskriege von Indien 'ber Persien an die Araber, und diese brachten es nach Europa, als sie im 8. Jahrhundert nach Christus in Spanien einfielen. Als Karl der Gro' im Jahre 800 in Rom zum Kaiser gekr'nt wurde, kannte sein Hof bereits ein Spiel, das sich zwar noch in wichtigen Regeln von dem heutigen unterschied, das aber schon eindeutig als Schach zu identifizieren ist. In der Folge ist die Geschichte des Spieles zunehmend gut dokumentiert. Noch das ganze Mittelalter hindurch waren die arabischen Meister f'hrend. Sie waren die Ersten, die sich Schachprobleme ausdachten und Abhandlungen 'ber das Spiel verfassten. Mit der Renaissance tauchten in Italien und Spanien zum ersten Mal europ'che Meisterspieler auf. So ist 'berliefert, dass in Florenz kurz vor 1300 ein gewisser Bizzecca drei Partien gleichzeitig blind spielte, das hei' ohne Ansicht der Bretter.
Zweihundert Jahre sp'r, w'end der ersten Bl'te der Buchdruckerkunst, erschien in Spanien das erste gedruckte Schachbuch der Welt; der Autor hie'Lucena, und die erste H'te seines Buches handelt von der Liebe, die zweite vom Schach. Das erste Schachbuch deutscher Sprache erschien 1616; hinter dem Verfasser "Gustavus Sel
enus" steckte der damalige Herzog von Braunschweig.
Die moderne Schachgeschichte beginnt mit dem Franzosen Philidor, der in der zweiten H'te des 18. Jahrhunderts in Paris wirkte - im Hauptberuf 'brigens Musiker. Im Verst'nis f'r das Spiel war er seinen Zeitgenossen um 100 Jahre voraus. 1851, fast drei Generationen nach seinem Tod, fand in London das erste gro' Schachturnier mit den f'hrenden Meistern aus aller Herren L'er statt.
Seit 1866 hat jeweils ein Spieler den Titel "Weltmeister" inne, und seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden die Wettk'fe um die Weltmeisterschaft in regelm'gen Abst'en vom Weltschachbund veranstaltet. In den j'ngst vergangenen Jahren hat das Schach, nicht zuletzt durch die Wirkung des Fernsehens, zunehmend den Charakter eines Breitensports angenommen. Und heute, angesichts der sprunghaften Entwicklung mikroelektronischer Technik, stehen wir auch auf der Schwelle zu einem Zeitalter des Computerschachs, in dem die Maschine dem Spieler jeden St'egrades eine unsch'bare Hilfe als Sparringspartner oder beim Ausrechnen und Beurteilen von Zugfolgen sein kann. Inzwischen sind die besten Schachcomputer aufgrund ihrer ungeheuren Rechenkraft selbst dem Weltmeister schon ebenb'rtig.
Schach hei' auch "das k'nigliche Spiel". Zum einen geht es darum, den gegnerischen K'nig matt zu setzen, zum anderen wurde es fr'her vor allem an K'nigs- und F'rstenh'fen gespielt; es ist zugleich anregendes Spiel und anstrengender sportlicher Wettstreit. Dass Schach nicht nur Spiel, sondern auch Sport ist, mag manchen Gewichtheber oder H'rdenl'er zun'st verbl'ffen: Aber Sport ist ja mehr als das Bet'gen von mehr oder weniger eindrucksvollen Muskeln. Der Deutsche Schachbund ist Mitglied im Deutschen Sportbund. Die k'rperlichen und geistigen Anstrengungen, die ein Schachspieler w'end einer Turnierpartie aushalten muss, entsprechen nachweislich denen mittelschwerer Sportarten, wie dem Bowling oder Dressurreiten. Mannschaftsmeisterschaften im Schach finden in ve
rschiedenen Spielklassen statt, die nicht nur genauso gestaffelt sind wie im Fu'all, sondern auch ebenso bezeichnet werden, von der Kreisklasse bis hinauf zur ersten Bundesliga. Die sprachlichen Gemeinsamkeiten sind damit aber nicht ersch'pft: Auch auf dem Schachbrett, wie auf dem Fu'allfeld, l't sich angreifen und verteidigen, spricht man von St'rmen und Decken, von Abseits und Verwandeln...
Schier unglaublich ist, was alles an M'glichkeiten in den harmlos aussehenden Figuren auf ihrem eng umgrenzten Schachbrett steckt. Das Spiel ist im wahrsten Sinne des Wortes unersch'pflich. In einer einzigen Schachpartie gibt es weit mehr M'glichkeiten als Atome im gesamten Weltall. Die Mehrzahl dieser M'glichkeiten ist so unsinnig, dass sie auf dem Schachbrett nie auftauchen wird. Dennoch bleiben so viele sinnvolle Spielfolgen 'brig, dass jemand, der sich nur mit Schach besch'igen w'rde, 1 Million Jahre alt werden k'nnte, ohne dass er je zwei ganz gleiche Partien gespielt h'e. Am anschaulichsten wird der Reichtum des Schachspiels aber in der Geschichte von den Weizenk'rnern. Ein weiser Mann in Indien hatte das Schach erfunden und seinem K'nig zum Geschenk gemacht. Der war begeistert von der Freude und Zerstreuung, die ihm das Spiel verschaffte, sowie von seinem Wert als Schulung und Probe der strategischen F'gkeiten seiner Gener'. So lie'er den Weisen kommen und forderte ihn auf, ihm einen Wunsch zu nennen; was immer es sei, er werde es ihm gew'en. (Man merkt, es war ein m'tiger K'nig!)
Der Weise legte eine verschmitzte Kunstpause ein, um dann untert'g die Bitte zu 'ern, um derentwillen er das Spiel 'berhaupt erfunden hatte, und durch die er sich f'r viertausend Jahre seinen Platz in allen Schachlehrb'chern zu sichern hoffte. (Man merkt, er war tats'lich ein Schlaukopf!) Er bat n'ich um nichts weiter als um Weizen, und zwar solle man ihm auf das erste Feld des Schachbrettes ein Korn legen, aufs zweite zwei, aufs dritte vier und so weiter, jeweils doppelt bis zum 64. Fe
ld.
Der m'tige K'nig glaubte sich durch die Bescheidenheit dieser Bitte verh'hnt, und er drohte dem Weisen, er werde ihm den Kopf abschlagen lassen, wenn er nicht etwas Kostbareres fordere. Als dieser jedoch ruhig l'elnd auf seiner Bitte beharrte, wies der K'nig achselzuckend den Verwalter der Kornkammer an, den Kerl zufrieden zu stellen, und wandte sich wieder seiner Schachpartie zu, wobei er dachte: "Diese Erfinder sind doch rechte Trottel!"




EAN: 9783809416432
ISBN: 3809416436
Untertitel: Bauerndiplom, Turmdiplom, Königsdiplom. Neuauflage. Zahlreiche Diagr.
Verlag: Bassermann, Edition
Erscheinungsdatum: Januar 2004
Seitenanzahl: 272 Seiten
Format: gebunden
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