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Fee Morgane - Der Heilige Gral


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Juli 2005

Beschreibung

Beschreibung

Keltische Tattoos, keltische Mandalas, Jahreskreisfeste und Baum-Magie, Romane ¿ber die Keltenk¿nigin Boudicia, B¿cher ¿ber Parcival und die Arthursaga ¿ Das aktuelle Interesse an allem Keltischen und seinen Mythen ist gross. Aber wovon erz¿en sie wirklich?
Im zweiten Band ihrer literarischen Nacherz¿ungen der grossen G¿ttinnenmythen erschliesst Heide G¿ttner-Abendroth Zug¿e zur fr¿hen keltischen Literatur und mittelalterlichen Romanstoffen. Mehr noch: Sie ¿ffnet Tore zu deren Vorgeschichte. Denn all die spannenden Stoffe wurden von den Dichtern aus alten keltischen Volkstraditionen ¿bernommen, in denen sich grosse historische Umbr¿che niederschlugen: Die Kelten waren die ersten indoeurop¿chen St¿e, die in Europa einzogen ¿ gegen den Widerstand einer dort bestehenden Kultur, die sie eroberten und zerst¿rten. Die magischen Eigenschaften der ¿Feen¿ reflektieren ihre St¿e in dieser alten Welt. Der ¿ber Generationen dauernde Kampf und Widerstand der Feen und ihrer Heiligen K¿nige auf der einen Seite mit den keltischen Kriegerk¿nigen auf der anderen zeugt von langwieriger Unterwerfung.
In den Romanen um die sagenhafte Gestalt des K¿nigs Arthur sp¿rt Heide G¿ttner-Abendroth der Welt der Feen nach und erhellt in ihren anschaulichen Nacherz¿ungen jene vorchristliche, vorpatriarchale Welt, die der Herrschaft der Kriegerk¿nige vorausging. Auch die ber¿hmten Gralsmythen verweisen auf diese spirituelle und kultische Welt der G¿ttin: Das Grals-Szenario ¿ das es in allen Teilen Europas, nicht nur im vorkeltischen Nordwesten gab ¿ entspricht dem matriarchalen Kultdrama von Initiation, Heiliger Hochzeit, Tod und Wiederkehr. Parcival, der angebliche Gottessucher, entpuppt sich in dieser neuen Lesart vor unseren Augen als ein Sucher nach der G¿ttin.
Heide G¿ttner-Abendroth, geb. 1941, ist Philosophin und Kultur- und Gesellschaftsforscherin. Sie hat zwei T¿chter und einen Sohn. 1973 promovierte sie an der Universit¿M¿nchen in Philosophie und Wissenschaftstheorie und lehrte anschlie¿nd zehn Jahre in M¿nchen Philosophie. 1976 schloss sie sich der Neuen Frauenbewegung an, wurde zu einer Pionierin der Frauenforschung und z¿t durch mehr als drei¿gj¿ige Forschungsarbeit zu den Begr¿nderinnen der modernen Matriarchatsforschung. 1986 rief sie die autonome ¿Internationale Akademie HAGIA¿ bei Passau ins Leben, deren Leitung sie seither innehat.
Leseprobe:
Morgane ging ans Werk, aber Merlin folgte ihr, wo immer er konnte, und beobachtete alles, was sie tat. Da beschloss sie, sein Wirken zu beenden¿
Sie sattelte ihr Pferd, einen Rappen, schwarz wie die Nacht, ein Meerespferd, denn es lief so schnell ¿bers Wasser dahin wie ¿bers Land. Aus seinen roten N¿stern spr¿hten Funken, es flog mehr, als es lief, und so ritt Morgane aus S¿dengland davon, ¿berquerte die Meeresenge und gelangte in die Bretagne. Bald erreichte sie den tiefen, dunklen Wald in des Landes Mitte, in dem die T¿ne vieler Gew¿er zu h¿ren waren, sprudelnde Quellen, pl¿chernde B¿e und das Rauschen kleiner Fl¿sse. Sie kam zum silbrigen Spiegel des Sees im Wald von Broc¿ande. Dort blieb sie stehen und murmelte: ¿Nimu¿Dame vom See, meine Wahlschwester in der Anderswelt! Du h¿test die Sch¿e am Grunde der Gew¿er. Einen davon, das Schwert Excalibur, musstest du ihnen, die List und Betrug gebrauchten, herausgeben. Nun komm und fordere vom K¿nig Arthur die Gegengabe ¿ schon viel zu lange f¿gt Merlin unserem Volk Schaden zu!¿
Da ¿ffnete sich die Wasseroberfl¿e, und die Dame vom See erschien aus der Tiefe in ihrem Nachen. Das Boot fuhr ans Ufer, und Nimu¿tieg aus. Sie umarmten sich und sahen sich schwesterlich aus dunklen Augen an, unter reichem, schwarzem Lockenfall. Dann geleitete Morgane Nimu¿bers Meer nach Camelot, und als die beiden Feen dort ankamen, die Gr¿n- gewandete auf schneewei¿m Schimmel, die Rotgewandete auf kohlschwarzem Rappen, da blieb manchem Herrn und mancher Dame der Mund vor Staunen offen stehen. Es wurde ihnen schwer zu entscheiden, wer die Sch¿nere war. Ist der Rubin sch¿ner als der Smaragd, der Smaragd sch¿ner als der Rubin?
Als Merlin Nimu¿rblickte, verwirrten sich ihm die Sinne. Traurig trat er zu Arthur und sprach: ¿Mein K¿nig! Nun muss ich von dir Abschied nehmen, denn dort kommt die Dame vom See, der du Excalibur verdankst und der du mein Herz als Gegengabe versprochen hast. Sie hat mein Herz schon l¿st erhalten, denn sie warf einen Zauber ¿ber mich, dass ich mich in sie verliebte. Jetzt holt sie mich, und du wirst mich nimmer wiedersehen!¿
K¿nig Arthur erschrak: ¿Lieber als alle L¿ereien bist du mir, Merlin, getreuer Ratgeber dreier Keltenk¿nige! Was verdanke ich dir nicht alles! Wenn du in deiner Weisheit dein eigenes Schicksal jetzt voraussiehst, warum wendest du es nicht ab?¿
¿Das ist niemals m¿glich!¿, sagte Merlin kurz und nahm Abschied. Er folgte Nimu¿wohin sie auch ritt. Sie f¿hrte ihn hinaus in die lieblichen Gegenden S¿denglands. Einmal versuchte er, einen Gegenzauber auf sie zu legen, um sich zu befreien. Aber im Zustand der Verliebtheit gelang ihm nichts mehr. Nimu¿lieb davon unber¿hrt, ihre Magie war st¿er.
Sie f¿hrte ihn ¿bers Meer in die Bretagne, in den tiefen Wald von Broc¿ande zum schimmernden See, lie¿ihn in ihren Nachen steigen und fuhr mit ihm ¿ber den Spiegel dahin.
¿Bevor ich dich f¿r immer banne, will ich dir noch etwas zeigen!¿, sprach sie und tauchte die Hand ins Wasser. Da wurde der See klar und durchsichtig bis zum Grund. Merlin erblickte in seiner Tiefe ein wunderbares Schloss aus zarten B¿gen, mit runden R¿en und spiraligen Treppen, genauso durchscheinend wie das Wasser. Seejungfrauen schwebten darin hin und her, brachten Speisen auf Muschelschalen und Getr¿e in Schnecken- h¿rnern und spielten auf feinen Harfen. Das Schloss bog sich rings um einen weiten Innenhof, dort tummelte sich der silberne Ritter mit einem ¿beraus sch¿nen J¿ngling auf Feenpferden. Zwei ¿ere J¿nglinge nahmen auch an dem Reiterspiel teil.
¿Dort in der Tiefe des Gew¿ers siehst du K¿nig Pellias, meinen Gatten¿, sprach Nimu¿¿und der J¿ngling ist Lanzelot vom See, mein Pflegesohn. Die anderen sind seine Vettern Lionel, der K¿hne, und Bohort, der Gute. Auch sie rettete ich in mein Reich ¿ so ging die Gralssippe der Bretagne nicht zugrunde. Sie sind j¿nger geblieben als ihre Altersgenossen in der Oberwelt, denn in meinem Reich vergeht die Zeit nur langsam.¿
¿Ich wei¿es¿, murmelte Merlin, ¿denn meine prophetische Gabe sagte mir, dass der Sohn der Gralsk¿nigin Elaine nicht tot ist, sondern bei dir weilt. Er wird der gr¿¿e Held Britanniens werden, noch gr¿¿r als K¿nig Lot, dem er durchaus gleicht. Und er wird das Reich des K¿nigs Arthur zerst¿ren ¿¿ Merlin seufzte, nichts konnte er in seinem Zustand tun, um das, was er wusste, zu verhindern. Denn er hatte sein machtgieriges Herz nicht mehr bei sich, die Liebe hatte es ihm genommen. Der See wurde wieder undurchsichtig, der Nachen stie¿ans andere Ufer. Dort erhob sich ein gro¿r Felsblock mit einer Spalte, die sich nach unten wie ein Tor ¿ffnete, und ringsum lag im Farn ein ¿berwachsener Steinkreis.
¿Um deiner Liebe zu mir willen¿, sprach Nimu¿¿tritt unter diesen Stein!¿
Merlin folgte dem Gebot und trat in das Tor, das der Stein ¿ffnete. Sogleich stand er dort wie angenagelt und konnte sich nicht mehr r¿hren und regen. Lebendig war er erstarrt, alle seine K¿nste halfen ihm nichts mehr, Nimu¿atte ihn gebannt. Der offene, bemooste Steinkreis bildete eine festere Mauer um ihn als die W¿e eines Gef¿nisses.
¿Hier wirst du bleiben, Merlin!¿, sagte sie, ¿niemals wirst du unter diesem Stein hervorkommen, um dem Feenvolk weiterhin zu schaden. Als du noch ein Kind warst, sandte dich deine Mutter als Sch¿ler zu mir, und ich lehrte dich alle Magie. Nur den Liebeszauber behielt ich f¿r mich. Du gerietest in die H¿e der Kelten und hast dein Volk zum eigenen Nutzen verraten. Die Magie hast du verkehrt und gegen uns gerichtet, unendliches Leid f¿gtest du uns zu. Nun hat dich meine st¿ere Kraft ¿berwunden. Und weil List und L¿ge dich auf deinen Wegen begleitet haben, bist du dazu verurteilt, von nun an immer die Wahrheit zu sagen!¿
Sie ging davon, jung und sch¿n, denn sie war eine Fee, f¿r die es die Zeit kaum gab. F¿r Merlin aber verstrich viel Zeit, und Farn und Efeu wuchsen an seinem Stein empor. Zuletzt ¿berwucherte ein Wei¿ornbusch ihn g¿lich, und der Zauberer wurde darunter unsichtbar. In manchen N¿ten konnte man seine Stimme aus dem steinernen Gef¿nis klagen h¿ren, aber niemand konnte ihn daraus befreien.

Portrait

Heide Göttner-Abendroth, geb. 1941, ist Philosophin und Kultur- und Gesellschaftsforscherin. Sie hat zwei Töchter und einen Sohn. 1973 promovierte sie an der Universität München in Philosophie und Wissenschaftstheorie und lehrte anschließend zehn Jahre in München Philosophie. 1976 schloss sie sich der Neuen Frauenbewegung an, wurde zu einer Pionierin der Frauenforschung und zählt durch mehr als dreißigjährige Forschungsarbeit zu den Begründerinnen der modernen Matriarchatsforschung. 1986 rief sie die autonome "Internationale Akademie HAGIA" bei Passau ins Leben, deren Leitung sie seither innehat.§
EAN: 9783897411661
ISBN: 3897411660
Untertitel: Die grossen Göttinnenmythen des keltischen Raumes. 15 Abbildungen.
Verlag: Helmer Ulrike
Erscheinungsdatum: Juli 2005
Seitenanzahl: 279 Seiten
Format: kartoniert
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