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Das Tarotbuch


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September 2001

Beschreibung

Beschreibung

"Das Tarot-Buch" setzt die Erfolgsstory von Hajo Banzhafs absolutem Bestseller "Das Arbeitsbuch zum Tarot" (22 Auflagen, ca. 250 000 verkaufte Exemplare) fort. Neu ist die kurze, knappe und doch überaus aussagekräftige Beschreibung aller Karten des Rider-Waite-Tarots. Neu ist aber auch, dass drei zentrale Legesysteme vorgestellt werden, mit denen Aussagen zu allen zentralen Lebensbereichen möglich sind.

Das "Liebesorakel" ermöglicht Interpretationen zur Partnerschaft und ihrer Entwicklung: Ist er/sie der richtige Partner für mich? Was steht zwischen uns? Wie kann sich unsere Beziehung positiv weiterentwickeln? Wie sieht mich der/die andere? "Der Kompass" als ausgesprochen vielseitige Legemethode erlaubt Trendvorhersagen zu einer ganzen Reihe von Themen wie Geld, Beruf, Reisen. Die Kompassbefragung bietet sich an, wenn wir nicht wissen, in welche Richtung wir gehen sollen. Ist dieser oder jener Beruf für mich besser geeignet? Soll ich mein Geld momentan in Aktien oder Pfandbriefen anlegen? Welches der drei Last-Minute-Angebote verspricht den aufregendsten Urlaub? Der Kompass zeigt den richtigen Weg aus Verstrickungen und erhellt die Aussichten, wenn mehrere Möglichkeiten zur Wahl stehen.Das Legemuster "Blinder Fleck" ist angezeigt zur Vertiefung der Selbsterkenntnis und zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Der üppige Einsatz von Farbabbildungen macht das Buch besonders attraktiv und übersichtlich. Alle 78 Karten werden für jede Position im Rahmen der hier vorgestellten drei Legesysteme interpretiert. Daher eignet sich dieses Werk als Einführungsbuch par excellence; denn die für Anfänger schwierige deutungsmäßige Übertragung von Grundaussagen auf bestimmte Legepositionen übernimmt der Autor.

Portrait

Hajo Banzhaf, geboren am 15.5.1949, war Astrologe und Deutschlands bekanntester Tarot-Experte. Nach einem Studium der Philosophie und einer zwölfjährigen Banklaufbahn arbeitete er seit 1985 freiberuflich als Buchautor, Seminarleiter und Astrologe. Hajo Banzhaf war Autor und Co-Autor von 17 Büchern über Astrologie und Tarot, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Im Februar 2009 starb Hajo Banzhaf an den Folgen einer Operation.

Leseprobe

Was ist Tarot?
Aufbau und Ursprung der Karten


Der oder das Tarot - beide Formen sind gebr'hlich - ist ein Kartenorakel, das in seiner heutigen Struktur seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist. Es besteht aus 78 Karten, die sich in zwei Hauptgruppen unterteilen: in eine Gruppe von 22 Karten, die man die Gro'n Arkana (lat. arcanum = 'Geheimnis') nennt, und in die 56 Karten der Kleinen Arkana. W'end sich die Gro'n Arkana aus 22 Einzelmotiven zusammensetzen, die in sich keine Wiederholung kennen und aufgrund ihrer Nummerierung eine klare Reihenfolge bilden, sind die Kleinen Arkana die Vorl'er unserer heutigen Spielkarten, deren vier Serien oder Farbs'e einander wie folgt entsprechen:


Tarot - Franz'sische Karten / Deutsche Karten
St': Kreuz oder Treff / Eichel
Schwerter: Pik / Blatt oder Gr'n
Kelche:Herz / Herz
M'nzen: Karo / Schellen


'er den Hintergrund dieser vier Symbole ist viel spekuliert worden. Man hat sie mit den vier St'en des Mittelalters in Verbindung gebracht, mit den vier heiligen Insignien der Kelten, als Attribute indischer Gottheiten, vor allem aber auch als Entsprechungen der vier klassischen Elemente.


Tarot - St'e des Mittelalters / Insignien der Kelten / Vier Elemente
St' - Bauern / Lanze / Feuer
Schwerter - Ritter / Schwert (Excalibur) / Luft
Kelche - Klerus/ Kelch (Gral) / Wasser
M'nzen - Kaufleute / Schale / Erde


Dabei f't auf, dass die antike Elementelehre Feuer und Luft als m'liche Elemente betrachtet, Wasser und Erde dagegen als weiblich. Eine entsprechende Unterscheidung findet sich bis heute in den franz'sischen Spielkarten, wo die 'm'lichen' Karten Kreuz und Pik schwarz sind - im Unterschied zum Rot der Farben Herz und Karo, die den weiblichen Elementen entsprechen.
Ob die Karten der Gro'n und der Kleinen Arkana urspr'nglich zusammengeh'rten oder einander erst im Laufe der Zeit gefunden haben, ist ebenso ungewiss wie der Ursprung der Kar
ten. Man fand Spuren, die vermuten lassen, dass die Kleinen Arkana im 14. Jahrhundert aus der islamischen Welt nach Europa kamen. Was aber auf diesen Karten zu sehen war und was man mit ihnen tat, ob es sich um reine Spielkarten handelte oder ob sie auch als Orakel befragt wurden, ist unbekannt. Noch weniger wissen wir 'ber den Ursprung der f'r jeden Tarotkenner so viel bedeutsameren Karten der Gro'n Arkana. Sie tauchen erstmals etwa 1430 in einem italienischen Deck auf, dem Visconti-Sforza-Tarot, und die Vermutungen 'ber ihre Herkunft gehen - wie so oft beim Tarot - extrem auseinander. W'end die einen aus der Tatsache, dass die Karten zum ersten Mal im fr'hen 15. Jahrhundert erschienen, recht pragmatisch folgern, dass sie wohl auch in dieser Zeit der italienischen Renaissance entstanden sind, gehen andere viel weiter zur'ck. Sie vermuten, mit den Gro'n Arkana nicht weniger als das Weisheitsbuch der alt'ptischen Priesterkaste in den H'en zu halten, das mehrere tausend Jahre nur in allergeheimsten Kreisen weitergegeben wurde, bis es dann im 15. Jahrhundert erstmals ans Licht der 'fentlichkeit kam, ohne dass seine wahre Natur erkannt wurde. Denn die esoterische Bedeutung der Tarotsymbolik wurde erst 1781 von Court de Gebelin, einem franz'sischen Gelehrten, beim Kartenspiel in einem Pariser Salon entdeckt.
Zu den vielen fantasievollen Geschichten, die sich um den geheimnisvollen Ursprung ranken, geh'rt auch die Vermutung, dass die Tarotkarten durch Moses, der als Hoher Priester in die 'ptischen Mysterien eingeweiht war, mit dem Auszug des Volkes Israel nach Pal'ina kamen. Dort sollen sie eine Verbindung mit der Kabbala eingegangen sein, jener j'dischen Geheimlehre, die unter anderem in den 22 Buchstaben des hebr'chen Alphabets einen tiefen Symbolwert erkennt. Die zahlenm'ge Entsprechung der 22 Buchstaben dieses Alphabets mit den 22 Karten der Gro'n Arkana z't zu den gewichtigsten Belegen dieser Ursprungsvermutung.
Auch die Deutungen des Wortes 'Tarot' gehen wei
t auseinander und sind 'lich zahlreich wie die Geschichten 'ber die Herkunft der Karten. Tarot sei alt'ptisch und bedeute 'der k'nigliche (Ro) Weg (Tar)', sagte man. Aber das war noch zu einer Zeit, in der sich 'ptische Hieroglyphen nur mithilfe der Fantasie ''bersetzen' lie'n. Als im fr'hen 19. Jahrhundert mit der Entdeckung des ber'hmten Steins von Rosette die wirkliche Bedeutung dieser Schriftzeichen offenbar wurde, erwiesen sich die alten 'ersetzungen als haltlos. Oftmals wird das Wort 'Tarot' auch mit der Thora in Verbindung gebracht. So nennt man die f'nf B'cher Moses, die den Beginn des Alten Testaments und das Gesetz des j'dischen Volks bilden. In spirituellen Kreisen wird das Wort 'Thora' deshalb auch als das g'ttliche Gesetz gedeutet. Insbesondere die Kreise, die ohnehin den Ursprung der Karten im alten 'ypten sehen und vermuten, dass sie durch Moses nach Israel kamen, sehen in dieser Namens'lichkeit einen weiteren Beweis f'r ihre These. Daneben gibt es nat'rlich auch ganz profane Deutungen dieses Wortes. So die Vermutung, die Karten k'n aus der Gegend von Parma und h'en ihren Namen vom Fluss Taro, der durch diese Stadt flie'. Sicher scheint nur, dass es sich um ein franz'sisches Wort handelt, das erstmals gegen Ende des 16. Jahrhunderts auftauchte. Damals nannten sich die Kartenmacher in Paris 'Tarotiers'. Leider ist nicht 'berliefert, woher sie diesen Namen hatten und was er f'r sie bedeutete. Aufgrund dieser franz'sischen Wurzeln sprechen die meisten das Wort als 'Taro' aus. Diejenigen, die dagegen 'Tarot' sagen, wollen damit betonen, dass das erste und das letzte 't' zusammengeh'ren, sich sozusagen 'berlagern, als w' das Wort kreisf'rmig auf ein Rad geschrieben, worin eine weitere Deutung des Namens liegt: rota (lat., 'das Rad'). Nimmt man auch noch das lateinische Wort orat (= 'verk'ndet') hinzu und bedenkt, dass Ator eine 'ptische Einweihungsg'ttin war, dann versteht man den Satz, den Paul Foster Case (ein amerikanischer Tarotexperte des 20. Jahrhund
erts) aus den vier ausgesprochenen Buchstaben des Namens kombinierte: ROTA TARO ORAT TORA ATOR (= 'Das Rad des Tarot verk'ndet das Gesetz der Einweihung').
Wie so oft, werden sicherlich auch die Wahrheit 'ber den Ursprung der Karten und die Bedeutung des Namens in der Mitte zwischen all den vielen Spekulationen liegen. Mir erscheint die Frage nach dem Alter der Karten ohnehin recht unbedeutend. Denn tats'lich 'berliefert uns der Tarot eine Weisheit aus sehr alter Zeit, die in der Tiefe des kollektiven Unbewussten wurzelt und bis in die Urfr'he menschlicher Bewusstwerdung zur'ckreicht. Deshalb halte ich es f'r unwichtig, ob die Karten, die dieses Wissen anschaulich machen, nun 500 oder 5000 Jahre alt sind. Die Bilder, um die es geht, sind allemal 'er als Papier und Buchdruckerkunst.
Dabei sind es nur die 22 Karten der Gro'n Arkana, in deren tiefgr'ndiger Symbolik sich dieses Wissen vom Lebensweg des Menschen verbirgt, wie ich es in dem Buch Tarot und die Reise des Helden beschrieben habe. Wie, wann, von wem und warum dieses alte Wissen in so unverf'chter Weise im Bilderzyklus der 22 Karten festgehalten wurde, bleibt ein Geheimnis. Vielleicht spielten dabei die Triumphz'ge eine wichtige Rolle, die man in der Renaissance gern an F'rstenh'fen auff'hrte und die vermutlich auf 'este Kulte im Mittelmeerraum zur'ckgehen. Zumindest legt der fr'he Name der Karten - 'trionfi' oder auch 'Spiel der Tr'mpfe' - einen solchen Zusammenhang nahe. Die 56 Kleinen Arkana haben keine solche Tiefe. Sie sind nach allem, was wir wissen, niemals zu anderen Zwecken als zum Kartenlegen gebraucht worden.


Die verschiedenen Tarotdecks
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren diese Zahlenkarten der Kleinen Arkana nicht aussagekr'iger illustriert als unsere Spielkarten. Solche alten Darstellungen findet man noch heute unter dem Namen 'Tarot von Marseille'. Von einigen Ausschm'ckungen abgesehen, zeigen sie nicht mehr als die dem Wert der Karte entsprechende Anzahl des jew
eiligen Farbsymbols. Auf der Karte Drei St' sieht man eben drei St' und auf den Acht Kelchen acht Kelche. Diese Karten lie'n sich eigentlich nur mithilfe eines 'bergeordneten Systems deuten, wie etwa die Kombination der Zahlensymbolik mit dem Element, das den St'n, Schwertern, M'nzen oder Kelchen entspricht. Diese traditionellen Deutungen finden Sie in diesem Buch bei allen vierzig Zahlenkarten. So war es schon eine kleine Revolution in der Welt des Tarot, als zum Jahreswechsel 1909/10 die von Arthur Edward Waite entworfenen und von Pamela Colman Smith gestalteten Karten des Rider-Waite-Tarot erschienen, bei denen erstmals auch die Kleinen Arkana illustriert waren. Seither f'hren Bilder zur Bedeutung aller 78 Karten, was die gro' Beliebtheit dieses Tarots erkl'. Wenn man sich mit den Karten ernsthaft besch'igt, merkt man bald, wie tiefgr'ndig ihre Symbolik ist. Dennoch sind Menschen auf ihrer Suche nach Tarotkarten oftmals von der Schlichtheit dieser 'naiven' Bilder entt'cht und suchen etwas Mystischeres, Magischeres, Geheimnisvolleres. Die meisten von ihnen sto'n dann fr'her oder sp'r auf den Tarot von Aleister Crowley, dessen Bilder tats'lich neben ihrer magischen Faszination einen ungeheuren Reichtum an Symbolik haben. Aber genau hier liegt auch das Problem, denn nat'rlich muss man diese Symbolik erst verstehen, um die Bedeutung der Karten zu erfassen; und da in unserer Zeit kaum jemand mit der Deutung von Bildern und Symbolen vertraut ist, sind nicht nur Neulinge von der Vielschichtigkeit der Crowley-Karten schnell 'berfordert. Da im Crowley-Tarot aber alle Karten der Kleinen Arkana auch einen Namen haben, liegt die Versuchung nahe, statt der Symbolik der Karten einfach den Namen zu deuten. Doch damit trifft man oftmals nicht das Eigentliche.


Inzwischen gibt es Hunderte verschiedener Tarotdecks, zu denen sich immer wieder neue hinzugesellen. Deshalb stellt sich manchem Neuling die Frage, f'r welches Deck er sich entscheiden soll. Viele lassen sich
dabei verst'licherweise von ihrem Geschmack leiten und kaufen die Karten, von denen sie sich am meisten angesprochen f'hlen. Ein Problem taucht oft erst auf, wenn es darum geht, diese Karten zu deuten. Denn nat'rlich haben die Tarotkarten in den verschiedenen Decks keine identische Bedeutung. Was w' sonst das Wesen der Neugestaltung? Deshalb ist es wichtig, f'r die jeweiligen Karten auch ein erkl'ndes Buch zu finden. Die meiste Literatur gibt es zu den Rider-Waite-Karten und zum Crowley-Tarot. Wer sich f'r andere Karten entscheidet, vor allem f'r eher exotische Tarots, ist gut beraten, sich zun'st zu vergewissern, ob und welche Deutungsb'cher es dazu gibt.


Gibt es richtige und falsche Karten?
Die nahe liegende Frage, ob es denn unter den verschiedensten Tarotdecks auch richtige und falsche gibt, l't sich nicht pauschal beantworten, denn zun'st kommt es darauf an, was man mit den Karten tut. Will man sie als das Weisheitsbuch studieren, das in den 22 Gro'n Arkana ein tiefgr'ndiges Wissen aus alter Zeit 'berliefert, dann wird man von manchen der neu gestalteten Tarots verwirrt oder entt'cht sein und bei einigen gar nicht f'ndig. Denn auf dieser Ebene wird sofort ersichtlich, dass diese tiefe Dimension von manchem Neugestalter der Karten nicht erfasst, vielleicht auch gar nicht erkannt wurde und deshalb in diesen Decks nat'rlich auch vergeblich gesucht w'rde.
Nimmt man Tarot dagegen als Zufallsorakel, um sich damit die Karten zu legen, dann gibt es keine falschen Karten. Dann geht es allein darum, in der gelegten Konstellation eine Aussage zu erkennen, sie zu lesen und richtig zu 'bersetzen. Entscheidend ist dabei nicht, ob ein bestimmtes Tarotdeck besser oder schlechter 'funktioniert' als ein anderes, sondern welche Sprache man spricht, welche Tarotkarten man am besten versteht. Denn in dem Ma', wie sich die Bilder unterscheiden, hat jedes Deck seine eigene Sprache. Um sie zu deuten, muss man nat'rlich die Illustrationen und die Symbolik versteh
en, um dann in der jeweils eigenen Bildersprache Antworten auf zuvor gestellte Fragen zu finden.


Wie zuf'ig ist der Zufall?
Tarot geh'rt mit vielen anderen Orakeln aus alter Zeit zu den Systemen, die dem Zufall eine Bedeutung beimessen. Das erscheint vielen Menschen so absurd, dass sie sich gar nicht erst die M'he machen, diesem Ph'men weiter nachzugehen. Wer sich nicht nur in Kreisen bewegt, die stets und gern betonen, dass es keinen Zufall gibt, der h'rt oft, wie vom blinden, puren oder dummen Zufall gesprochen wird, der einfach absurd, belanglos und bar jeder Bedeutung sei. Und dort ist man fassungslos, dass erwachsene Menschen einer so beliebigen Konstellation, die sich aus einigen zuf'ig gezogenen Karten ergibt, ernsthaft eine Bedeutung beimessen.
Das Wort 'Zufall' ist noch relativ jung und in alten Sprachen nicht in unserem heutigen Sinne bekannt. Es wurde im 14. Jahrhundert als ein Kunstwort geschaffen, um dem Unberechenbaren einen Namen zu geben. Zuvor hatte man darin selbstverst'lich das Wirken Gottes gesehen, das sich im Unterschied zum berechenbaren menschlichen Handeln stets im Unvorhersehbaren zeigte. 'Zufall' war zun'st kein absch'iger Begriff, sondern bekam seinen schlechten Ruf erst im 17. Jahrhundert, im Zeitalter der Aufkl'ng, in der viele alte Vorstellungen und Denkmodelle als 'vorwissenschaftliche Irrt'mer' und als 'Unfug' abgestempelt wurden. Seither galt der Zufall als ein unberechenbarer St'renfried, aber auch als eine eher zu verachtende Ausnahme von der Regel. Erst in den letzten Jahrzehnten beginnen sich Menschen wieder mehr mit dem Ph'men Zufall auseinander zu setzen und erkennen darin etwas Bedeutsames. Was ist davon zu halten?
Aus einer spirituellen Sicht betrachtet, ist Zeit nicht nur eine Quantit' die bedeutungslos dahinflie'. Zeit hat vielmehr auch eine Qualit' die jedem Augenblick seine eigene Bedeutung verleiht. Das ist die Anschauung, die den meisten Orakeln zugrunde liegt. W'end uns der Zeiger der Uhr die
'Zeitmenge' anzeigt, k'nnen wir aus dem Stand der Gestirne oder der Symbolik einer Zufallskonstellation ablesen, was der Augenblick bedeutet. Nimmt man hinzu, dass in einer ganzheitlichen Sicht der Welt Frage und Antwort eine Einheit, ein Ganzes bilden, dann liegt es nahe, dass im Augenblick der Frage auch die Antwort auf die Frage liegt. Wem es also gelingt, die Augenblicksqualit'zu erkennen, der kann aus dieser Symbolik die Antwort ablesen. Darin aber liegt gerade das Wesen des Zufalls, dass er uns in der zuf'igen Konstellation die Qualit'des Augenblicks bildhaft vor Augen f'hrt. Und ebendas ist das typische Wesen vieler Orakel, die in ihrer Weise die Deutung dieser Symbolik erm'glichen.
Der Astrologe schaut dazu an den Himmel - zumindest fr'her, heute blickt er zumeist auf den Computerbildschirm -, um
aus dem Stand der Planeten die Qualit'des Ortes zu ermitteln, von dem aus sie betrachtet werden. Die alten Chinesen warfen Schafgarbenst'el und schauten dann im I Ging, einem der 'esten Weisheitsb'cher der Menschheit, die Bedeutung des so ermittelten Hexagramms nach. Der Tarotkundige legt sich die Karten, die Druiden befragen die Runen, und der Kaffeesatzleser erkennt die Bedeutung des Augenblicks aus der Symbolik des Kaffeesatzes. Die Zeitqualit'kommt auf allen Ebenen zum Ausdruck.
Insofern stellt sich weniger die Frage, ob das eine Orakel dem anderen 'berlegen ist, als vielmehr die, welche Symbolik der Deuter am besten versteht, die der Sterne, der Karten, der Runen usw.




EAN: 9783442336463
ISBN: 3442336465
Untertitel: Mit Interpretationen zu allen Karten in den verschiedenen Legepositionen. Kompass - Liebesorakel - Blinder Fleck. Mit farbige Abbildungen.
Verlag: ARKANA Verlag
Erscheinungsdatum: September 2001
Seitenanzahl: 216 Seiten
Format: gebunden
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