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Kultur


€ 19,90
 
kartoniert
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April 2006

Beschreibung

Beschreibung

Der Begriff der Kultur hat den der Rasse als zentrales
Rechtfertigungsinstrument für Diskriminierung und Unterdrückung jedweder Art abgelöst.
Rassen-Unterschiede spielen in den offiziellen Diskursen zur Legitimierung von
fremdenfeindlichen Politiken kaum noch eine Rolle, umso mehr aber kulturelle. Dabei war
der Kulturbegriff zumindest in die US-amerikanischen Sozialwissenschaften ursprünglich
ausdrücklich als Gegenbegriff zu dem der Rasse eingeführt worden: Es liege nicht an der
Biologie, sondern an der Kultur, dass sich die Verhaltensweisen der Angehörigen
unterschiedlicher Menschengruppen so grundlegend unterscheiden. Die Ursachen für diesen
Bedeutungswandel und die Mechanismen, mittels derer er bewerkstelligt wurde,
wissenschaftsgeschichtlich nachzuzeichnen, ist das zentrale Thema des Buches. Ermöglicht
hat ihn vor allem der in dem sozialwissenschaftlichen Kulturbegriff von Anfang an angelegte
"Substanzialismus": Kulturen erschienen (ebenso wie zuvor die Rassen) als diskrete,
wesensmäßig und unabänderlich verschiedene Gebilde, als Naturgegenstände wie
Himmelskörper oder biologische Spezies, zwischen denen es keine andere Art der Interaktion
als den Zusammenstoß bzw. den Überlebenskampf geben könne. Überwunden werden können
diese Konsequenzen nur durch ein Konzept, das die Unterschiede zwischen den Kulturen als
historisch kontingent und nicht in einem unwandelbaren Wesen begründet erkennt und damit
auch den Gegensätzen zwischen ihnen ihren absoluten und unabänderlichen Charakter nimmt.

EAN: 9783896916853
ISBN: 3896916858
Untertitel: Zur Karriere eines sozialwissenschaftlichen Begriffs. 'Einstiege'.
Verlag: Westfaelisches Dampfboot
Erscheinungsdatum: April 2006
Seitenanzahl: 226 Seiten
Format: kartoniert
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