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Der Narr


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kartoniert
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August 2004

Beschreibung

Beschreibung

"Gabrielle Alioths Narr könnte ein philosophischer Grenzgänger unserer Tage sein, vielleicht ist es neben den historischen Parallelen und der Dichte der Sprache auch dieser Aspekt, der das Buch so lesenswert und faszinierend macht. Und letztendlich ist es sicher auch der Lebensraum der Schriftstellerin: denn wenn der Narr seinen Blick über das Land schweifen lässt, entsteht vor dem geistigen Auge des Lesers die Landschaft Irlands. Ein wunderschönes Buch, das auf weitere Werke dieser Schriftstellerin hoffen lässt."(Stuttgarter Zeitung, 2.11.1990, Maria Ossowski)

Portrait

1955 in Basel geboren. Studium der Wirtschaftswissenschaften und Kunstgeschichte an den Universitäten Basel und Salzburg. 1984 Übersiedlung nach Irland, als freie Übersetzerin und Journalistin für deutsche Zeitungen und Rundfunkstationen tätig. 1990 Publikation des Romans \\\"Der Narr\\\" und Ausstrahlung des gleichnamigen Hörspiels durch Radio DRS. 1991 Verleihung des Preises \\\'Der erste Roman\\\' durch das Literaturhaus Hamburg. Der achte und jüngste Roman \\\"Die griechische Kaiserin\\\" erschien 2011. Veröffentlichung mehrerer Kinder- und Reisebücher. Ausgedehnte, von der Pro Helvetia finanzierte Lesereisen in Europa, Indien, Kanada, den USA. Seit 2004 an der Hochschule Luzern Design & Kunst tätig. Mitglied des PEN Centre for German Speaking Writers Abroad und der AdS - Autoren der Schweiz.

Leseprobe

Vielleicht war er tatsächlich ganz froh, mich dort oben zu wissen. Der Herr mochte es nicht, wenn ich herunterkam. "Auf deinen Platz, Narr, auf deinen Platz", und ich duckte mich unter den Buckel und stieg auf den Sims. Er wollte mich nicht in seiner Nähe haben. Ganz gleich, wie betrunken er war, um mich machte er stets einen Bogen. Der Venezianer lachte, als ich ihm davon erzählte. "Natürlich, Närrchen, er fürchtet sich vor dir. Wie alle Herren fürchtet er sich vor dem Narren, nicht wegen des Buckels, wie die anderen Leute, sondern wegen der Lieder."- "Die Lieder", sagte der Venezianer, "sind mächtig, mein Freund, mächtiger als die Herren. Sie lassen sich nicht besiegen." Immer wieder hab ich an diesen Satz gedacht, den Satz von den mächtigen Liedern, und hab ihn doch nicht verstanden. Erst jetzt, Marie, wo alles vorbei ist, jetzt weiss ich: Es war keine Verheißung, was der Venezianer mir sagte, es war eine Warnung - und ich verstand sie nicht. (Seite 14)

EAN: 9783833415906
ISBN: 3833415908
Untertitel: Paperback.
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: August 2004
Seitenanzahl: 188 Seiten
Format: kartoniert
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