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De Urgeschicht von Meckelnborg


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gebunden
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Januar 1996

Beschreibung

Beschreibung

"As uns Herrgott de Welt erschaffen ded, fung hei bi Meckelnborg an."

Als sein "plattdeutschestes Buch" bezeichnete Fritz Reuter in einem Brief einmal "De Urgeschicht von Meckelnborg". Mit feinem Spott und wohlwollendem Augenzwinkern zugleich erzählt er darin über die Versuche seiner Zeitgenossen, die Geschichte Mecklenburgs und seiner Bewohner zum Urbild der Menschheit zu erheben: Mecklenburg als Wiege der Menschheit, und Adam und Eva tummeln sich im Paradies, das in Krakow am See liegt.

Reuter nimmt die Menschen und Zustände seiner Zeit satirisch aufs Korn. Freundlich-ironisch beginnt er schon in der Einleitung: Der Erzähler und der Inspektor Knitschky beschließen Anno Domini 1860 "tau Kloster Stolp", über das Frühkohlbeet der Mamsell herzufallen, um in ein unterirdisches Gewölbe zu gelangen. Sie fördern eine Handschrift zutage, mit der der Erzähler promovieren will, aber diese kommt abhanden, "de is in den Harwstmark verbrukt" - als Einwickelpapier. Und damit nimmt das Schicksal seinen Lauf, die "Urgeschicht" muss neu geschrieben werden, und ein Verleger findet sich auch: "Lieber Reuter", seggt Irnst Boll, "ich glaube auch, Hinstorff."

Und wirklich: Hinstorff bringt 1874 "De Urgeschicht von Meckelnborg" heraus, die sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreut und nichts von ihrem Humor verloren hat.

Portrait

Der preußische König Friedrich Wilhelm III. hielt ihn für einen Revoluzzer und staatsfeindlichen Umtreiber und hätte ihn deshalb gern lebensländlich in Festungshaft gesteckt, den gesellschaftskritischen Mundartdichter Fritz Reuter. Reuter, 1810 als Sohn des Bürgermeisters von Stavenhagen geboren, wurde von Privatlehrern ausgebildet, die ihn zu Patriotismus, Ehre und Freiheit erzogen. Später besuchte er das Gymnasium, studierte wie viele Literaten widerwillig die Rechte und wurde begeisterter Burschenschafter. Einheit, Freiheit und Gleichheit, die programmatischen Grundsätze der Verbindung, übten in Verbindung mit der Französischen Revolution großen Reiz auf ihn aus und weckten in ihm und seinen literarischen Zeitgenossen die Hoffnung auf eine Liberalisierung des politischen Klimas auch in Deutschland. Als sich die burschenschaftlichen Forderungen radikalisierten, leitete der preußische König die Demagogenverfolgung ein, in deren Verlauf Reuter im Kerker landete. Begnadigt und entlassen übte sich Reuter vorerst darin, ein bürgerliches Leben zu führen, er verdiente seinen Lebensunterhalt als Lehrer und Wirtschafter und heiratete. Erst 1856 machte er den Schritt zum freien und ausschließlichen Schriftstellertum und schrieb seine großen Werke "Meine Vaterstadt Stavenhagen" (1856), "Ut de Franzosentid" (1859) und "Ut mine Festungstid" (1862), humorvolle, harmonisierte und dennoch gesellschaftskritische Heimatdarstellungen des ländlichen Mecklenburg. 1874 starb Reuter an den Folgen eines Schlaganfalls.
EAN: 9783356005738
ISBN: 3356005731
Untertitel: 2. , Aufl.
Verlag: Hinstorff Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: Januar 1996
Seitenanzahl: 120 Seiten
Format: gebunden
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