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Der innere Mensch und sein Leib


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Oktober 2003

Beschreibung

Beschreibung

Ernst-Michael Kranich entwickelt eine Anthropologie, die den Menschen in allen Bereichen seines Wesens betrachtet. In den Organen und den verschiedenen Bildeprozessen des Leibes werden die gestaltenden Kräfte des inneren Menschen aufgezeigt. Ein wichtiges Grundlagenwerk für Pädagogen, Mediziner und Therapeuten.

Was ist eigentlich der Mensch? Wir kennen uns vor allem im persönlichen Selbsterleben und im Verwirklichen unserer persönlichen Interessen - im Hinblick auf das Seelische und Geistige des Menschen und seine leibliche Organisation wissen wir dagegen wenig. Für eine wirkliche Selbstbestimmung ist es jedoch notwendig, sich über das eigene Wesen klar zu werden. Ernst-Michael Kranich skizziert daher eine Anthropologie, die die verschiedenen Aspekte des Menschen - anatomische, morphologische, physiologische und psychologische - zu einer Gesamtanschauung vereinigt. Er arbeitet besonders deutlich das fließende, prozessuale Geschehen im menschlichen Organismus heraus, und überall zeigen sich so die vielfältigen Beziehungen zwischen den einzelnen Wesensbereichen des Menschen.

Wesentlich ist dabei das methodische Vorgehen: im Betrachten der Organformen die Bildegebärden der Organe und Organsysteme aktiv mitzuvollziehen. So wird in den äußeren Erscheinungen und den Lebensprozessen das innere Wesen des Menschen differenziert sichtbar; der Leib wird bis in das einzelne Organ zum Bild des Seelischen und Geistigen im Menschen.

"Die seelischen und geistigen Funktionen sind nicht, wie das heute vielfach dargestellt wird, nur an das Gehirn gebunden oder gar Produkt neurologischer Prozesse. Der Mensch ist keineswegs eine Marionette an den Fäden seines Gehirns. Er ist seiner inneren Natur nach ein zweifaches Wesen, das uns als physischer Mensch wie eine Einheit entgegentritt." Ernst-Michael Kranich Ernst-Michael Kranich arbeitet besonders deutlich das fließende, prozessuale Geschehen im menschlichen Organismus heraus.

Inhaltsverzeichnis

1;Inhalt;6 2;Vorwort;9 3;Zum Thema und zur Methode;12 4;Die vertikale Organisation des Menschen;20 4.1;Die aufrechte Haltung;20 4.2;Die Wirbelsäule und ihre Muskulatur;26 4.3;Die Balance im Hüftbereich;35 4.4;Die Beine;38 4.5;Die Füße;45 4.6;Die vertikale Organisation als Ganzes;50 4.7;Arme und Hände;52 4.8;Die Bildung der Knochen;60 4.9;Die Bedeutung der vertikalen Organisation im Ganzen des menschlichen Organismus;66 5;Die Sinne des Menschen;72 5.1;Die Sinne der Leiberfahrung;76 5.2;Die zur Außenwelt gerichteten Sinne;88 5.3;Die Wahrnehmung des anderen Menschen;109 5.4;Die Sinne im Leben des Menschen;124 6;Das Nervensystem;129 6.1;Die Grundfrage;129 6.2;Vier Stufen der Bewusstheit;132 6.3;Nerv und Bewusstsein;134 6.4;Das Rückenmark und seine Nerven als Organe des Astralleibes;139 6.5;Die primäre Organisation des Großhirns;147 6.6;Das Gehirn und die zweite Stufe der Bewusstheit: die Wahrnehmung;155 6.7;Die Spiegelung der lebendigen Ideen und deren Wirkung im Gehirn;160 6.8;Das Gehirn und die dritte Stufe der Bewusstheit: Gedächtnisbildung und Erinnern;169 6.9;Das Gehirn und die vierte Stufe der Bewusstheit: Denken und Erkennen;175 6.10;Die Bedeutung des Gehirns für das Handeln;182 6.11;Das vegetative (autonome) Nervensystem;187 7;Das Atmen und die Atemorganisation;192 7.1;Die verschiedenen Bedeutungen des Atmens;192 7.2;Der Atemrhythmus;193 7.3;Die Lunge und ihre Entwicklung;201 7.4;Das Sich-Verkörpern des seelisch-geistigen Wesens im Atemprozess;205 7.5;Das durchseelte Atmen;208 7.6;Atmen und Blutzirkulation;212 7.7;Atmen und körperliche Tätigkeit;215 7.8;Der Zusammenhang von Atmen und Denken;217 7.9;Die Entwicklung des Atmens und der Atemorgane in der Kindheit;219 8;Blut, Kreislauf und Herz;225 8.1;Das Blut als strömendes Organ;225 8.2;Die drei Lebensfunktionen des Blutes;229 8.3;Das Blut als Organ des Ich;231 8.4;Seelische Wirkungen im Blut;235 8.5;Die Orte der Blutbildung;237 8.6;Die Stellung des Herzens im Kreislauf;239 8.7;Das Herz als sensibles rhythmisches Organ;246 8.8;Funktionen des Herzens Harmonisierung und Wahrnehmung;253 9;Verdauung und Ernährung;259 9.1;Die Bedeutung der Ernährung;259 9.2;Die Nahrungsaufnahme;261 9.3;Die Organe der Nahrungsaufnahme und Verdauung;263 9.4;Verdauung und Resorption;268 9.5;Der Dickdarm;274 9.6;Die Ernährung in ihrer Beziehung zum Wesen des Menschen;276 9.7;Ernährung und Gesundheit;280 10;Leber und Galle;284 10.1;Die Leber ihre Erscheinung;284 10.2;Die Funktion der Leber im Ganzen des menschlichen Organismus;287 10.3;Die Leber als Wahrnehmungsorgan;289 10.4;Die Beziehung der Leber zum geistig-seelischen Wesen des Menschen;294 10.5;Die Galle;295 10.6;Die Leber im Flüssigkeitsorganismus des Menschen;299 11;Die Nieren und das Nierensystem;301 11.1;Das Nierensystem und die Form der Niere;301 11.2;Die Niere und das Element des Luftförmigen;303 11.3;Das Geschehen im Blut;307 11.4;Veränderungen der Persönlichkeit bei Niereninsuffi zienz;310 11.5;Die Niere als Organ für die Durchseelung des Leibes;312 11.6;Der Prozess der Ausscheidung;315 11.7;Das Zusammenwirken von Niere und Nebenniere;318 12;Der Kopf des Menschen eine Metamorphose aus der vorangehenden Inkarnation;320 13;Zum Abschluss;352 14;Anmerkungen;354

Leseprobe

Verdauung und ErnährungDie Bedeutung der Ernährung (S. 258-259)

Die Lebendigkeit des menschlichen Leibes äußert sich besonders in zweifacher Weise. Fast alle Organe werden durch den in ihnen tätigen Lebensleib fortwährend neu gebildet. Diese natürliche Regeneration, die auch den Heilungsprozessen zugrunde liegt, vollzieht sich in den verschiedenen Organen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit besonders rasch in den Verdauungsorganen, etwas weniger schnell in Lunge und Leber und noch langsamer in der willkürlichen Muskulatur.46 So werden die betreffenden Organe in einer bestimmten Zeit, d.h. in einem bestimmten Rhythmus, bis in die letzte Faser ihrer Gewebe erneuert.

Außerdem greift das Atmen in das Leben der Organe ein. Es bewirkt, dass unentwegt organische Substanz verzehrt wird. Auch dieser Prozess hat von Organ zu Organ eine unterschiedliche Intensität, die zudem mit der Tätigkeit der Organe schwankt. So benötigen die Organe fortwährend einen Zustrom von verschiedenen Substanzen aus dem Blut, den sie nach ihrem Bedarf regeln (s. das Kapitel Blut, Blutkreislauf und Herz).

Dieser Bedarf an Substanz wird uns als Hunger bewusst. Und wenn der Wassergehalt des menschlichen Leibes um 0,5 Prozent des Körpergewichts geringer wird, d.h. wenn ein Erwachsener mit einem Gewicht von 70 kg 350 ml Wasser verliert, sei es durch die natürliche Ausscheidung, durch Schwitzen oder in der Folge von Diarrhoe, dann empfi ndet er diese leichte Austrocknung seines Leibes als Durst. Die Empfi ndungen von Hunger und Durst, die aus den unterbewussten Lebensvorgängen unseres Leibes aufsteigen, werden zum Antrieb für die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme.

In der Regel empfi ndet man den Hunger im Magen. Muss der Magen operativ entfernt werden, verschwindet das Hungergefühl aber keineswegs. Nun steigt es aus dem Blut als dem Träger der organischen Substanzen und aus den Organen selbst auf. So kann man d
urch Beeinfl ussung der inneren Atmung in den Geweben der Organe das Hungergefühl steigern und abschwächen. Diese Tatsachen weisen darauf hin, dass das Leben im Magen, im Blut und in den anderen Organen von seelischen Kräften durchwirkt ist. Denn Hunger und Durst sind seelische Erlebnisse; durch sie wird der physiologische Bedarf an Substanz als Bedürfnis bewusst. In den Empfi ndungen von Hunger und Durst nimmt die Seele des Menschen unmittelbar an den Lebensprozessen der Organe teil, soweit es die Erneuerung der Substanzen im sogenannten Baustoffwechsel und Betriebsstoffwechsel betrifft.

Eine Behandlung von Verdauung und Ernährung sollte aber nicht nur die Aufnahme und Verarbeitung der Nahrung und die Erneuerung der Substanzen in den Organen betrachten, sondern auch die Bedeutung dieser Prozesse für die menschliche Persönlichkeit. Bei der Hungerstudie, die A. Keys in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit einer Anzahl junger Männer durchführte, verringerte sich deren Körpergewicht um 25 Prozent. Dabei kam es durch die unzureichende Ernährung zu charakteristischen Veränderungen vor allem des Willens- und des Gefühlslebens. Die betroffenen Menschen litten unter Müdigkeit und apathischen Zuständen, das heißt, ihr Wille war geschwächt. Es traten Schwindelzustände auf, in denen der Mensch im Willen die sichere Kontrolle über seine Haltung verliert. Die Schwächung des Willens bzw. des Ich äußerte sich auch in einer mangelnden Beherrschung des Gefühlslebens und des Bewusstseins: in gesteigerter Erregbarkeit und Reizbarkeit, in übermäßigen Schwankungen des Gefühls und in Störungen der Aufmerksamkeit und Auffassungskraft (s. Gniech 1996, S.23).

Eine ausreichende Ernährung ist also nicht nur die Voraussetzung für den normalen Ablauf der Lebensprozesse in den Organen; sie ist auch die Bedingung dafür, dass der Mensch durch dieses Stoffwechselleben die Kräfte seines Willens ohne Schwächung betätigen kann. Bei den Fragen der Verdauung und Ernährung hat man
also die Bedeutung des Seelischen in den Regungen von Hunger, Durst, Sättigung usw. zu berücksichtigen, ebenso die Beziehung zum weiteren Umfang der geistig-seelischen Persönlichkeit. Im Vergleich mit dem seelischen und geistigen Leben in den vielfältigen Regungen des Gemüts und dem Verarbeiten der Eindrücke durch das Denken sind Essen und Trinken und alles, was sich daran anschließt, aber relativ periphere Betätigungen. Diese Vorgänge dienen dem äußerlichsten Bereich im Wesen des Menschen, dem Erhalt des physischen Leibes.
EAN: 9783772518652
ISBN: 3772518656
Untertitel: Eine Anthropologie. Zahlreiche Abbildungen.
Verlag: Freies Geistesleben GmbH
Erscheinungsdatum: Oktober 2003
Seitenanzahl: 420 Seiten
Format: gebunden
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