HUDU

Fünf Freunde 19. Fünf Freunde und die wilde Joe


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gebunden
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Juli 1988

Beschreibung

Beschreibung

Während die Fünf Freunde in zwei Wohnwagen in der Nähe einer alten Burg campieren, taucht eine Schaustellergruppe auf. Gibt es eine Verbindung zu der Burg? Die Fünf Freunde sind fest davon überzeugt. Sie haben ein Gesicht in einem der Burgfenster gesehen, obwohl der Turm doch fest verschlossen ist ...

Portrait

Enid Blyton, 1897 in London geboren, begann im Alter von 14 Jahren, Gedichte zu schreiben. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1968 verfasste sie über 700 Bücher und mehr als 10.000 Kurzgeschichten, die in über 40 Sprachen übersetzt wurden. Bis heute gehört Enid Blyton zu den meistgelesenen Kinderbuchautoren der Welt und mit den »Fünf Freunden« hat sie die bekanntesten Helden aller Zeiten geschaffen.

Leseprobe

Morgen fahren wir


Ich finde es gemein, sagte Georg wütend. Warum darf ich nicht zu den anderen? Zwei Wochen sitze ich nun hier schon rum, seit die Ferien angebrochen sind, und nun sind die anderen auch noch für vierzehn Tage weggefahren, ohne mich!
Sei vernünftig, Liebling, sagte ihre Mutter. Du kannst sie sofort besuchen, wenn es dir besser geht.
Mir geht's besser, fauchte Georg mit zusammengezogenen Augenbrauen, das weißt du ganz genau!
Jetzt ist es aber genug, Georgina, ließ sich ihr Vater vernehmen und sah von seiner Zeitung auf. Seit drei Tagen kommst du uns mit diesen albernen Argumenten. Sei endlich still!
Georg antwortete nicht, denn sie reagierte prinzipiell nicht, wenn man sie mit Georgina anredete. Stattdessen wandte sie den Kopf zur Seite, obwohl sie sehr gern etwas erwidert hätte.
Ihre Mutter lachte. Georg, Liebling, mach kein so böses Gesicht. Schließlich ist es deine Schuld, dass du dich so erkältet hast. Du hast unbedingt baden und so lange im Wasser bleiben müssen und es ist erst Mitte April.
Ich bade immer im April, sagte Georg grimmig.
Ich habe gesagt, du sollst ruhig sein! Ihr Vater schlug mit der zusammengefalteten Zeitung auf den Tisch. Noch ein Wort und du bleibst überhaupt hier!
Wuff, machte Tim unter dem Tisch. Er mochte es nicht, wenn jemand in diesem Ton mit Georg, seinem Frauchen, sprach.
Und misch du dich nicht auch noch ein, brummte Georgs Vater und gab ihm einen kleinen Stups mit dem Fuß. Dabei sah er mit den aus Ärger zusammengezogenen Augenbrauen genauso aus wie seine Tochter.
Die Mutter lachte wieder. Oh, seid still, ihr beiden, und du Georg, hab noch ein bisschen Geduld. Du darfst ja fahren, vielleicht schon morgen, wenn du heute nicht mehr so viel hustest.
Oh, Mutter, warum hast du das nicht gleich gesagt! Gestern Nacht habe ich nicht ein einziges Mal gehustet. Mir geht es großartig. Ich kann bestimmt morgen zur Burg Rabenstein fahren, und ich schwöre, ich huste heute Nacht
auch nicht.
Wohin willst du?, fragte der Vater. Nach Burg Rabenstein? Das ist das neueste, was ich höre.
Aber Quentin, Lieber, sagte seine Frau, schon dreimal habe ich dir erzählt, dass Julius, Richard und Anne sich zwei alte Wohnwagen von einem Schulfreund geliehen haben und sich jetzt ganz in der Nähe dieser Burg aufhalten.
Georgs Vater nickte zufrieden. Sie wohnen also nicht in der Burg, das ist gut. Ich will nicht, dass mein Kind sich etwas darauf einbildet.
Dein Kind wird sich nie etwas einbilden, entgegnete seine Frau und schüttelte den Kopf. Ich kann es noch nicht einmal dazu bringen, Fingernägel und Shorts sauber zu halten. Das weißt du ebenso gut wie ich, Quentin. Und du weißt auch, dass die vier ihre Ferien immer auf eine möglichst ungewöhnliche Art zusammen verbringen.
Ja, und dass immer allerhand los ist, wo wir aufkreuzen, sagte Georg, die bei dem Gedanken, vielleicht morgen schon zu ihrer Kusine und ihren beiden Vettern fahren zu dürfen, ihre gute Laune wiedergewonnen hatte.
Nur das nicht!, wehrte ihre Mutter entsetzt ab. Aber ich wüsste wirklich nicht, was ihr Aufregendes in dem friedlichen kleinen Dorf in zwei alten Wohnwagen erleben solltet.
Bei diesem Kind ist alles möglich, sagte der Vater. Es scheint förmlich zu riechen, wo etwas Ungewöhnliches vorgeht. Ein Glück, dass wir nur eins von der Sorte haben.
Ach, es gibt mehr davon, als du glaubst, sagte seine Frau. Zum Beispiel Richard und Julius, und Anne wird natürlich mit hineingezogen, obwohl ihr beschauliche Ferien viel lieber wären.
Ja, ja, ich habe genug Blödsinn gehört, sagte Georgs Vater aufgebracht, stieß seinen Stuhl heftig zurück und trat dabei aus Versehen auf den armen Tim, der kurz aufjaulte.
Dieser Hund hat keinen Verstand, brummte er verärgert. Liegt ständig im Weg herum und verlangt, dass ich daran denke. Ich werde jetzt arbeiten.
Er verließ das Zimmer, die Tür fiel krachend hinter ihm ins Schloss, dann eine zweite, ein Fenster wurde laut
geschlossen, und danach herrschte Stille.
Nun ist dein Vater bis zum Essen für diese Welt verloren. Georgs Mutter lächelte. Du lieber Himmel, dreimal habe ich ihm schon erzählt, dass ihr zur Burg Rabenstein wollt, und er weiß von nichts. Ich glaube übrigens, du kannst wirklich morgen fahren. Du siehst heute schon viel besser aus. Such deine Sachen heraus, ich werde sie am Nachmittag einpacken.
Oh, vielen, vielen Dank!, rief Georg und umarmte sie stürmisch. Vater wird ganz froh sein, wenn er mich los ist, ich bin ihm ja doch zu laut.
Tja, ihr beiden. Die Mutter lächelte und dachte dabei an die eben mit so viel Schwung zugeschlagenen Türen. Ihr beide seid manchmal eine Plage. Aber ohne euch wär's noch schlimmer. Oh, Tim, liegst du noch immer unter dem Tisch? Deinen Schwanz solltest du lieber einziehen. Hab ich dich getreten?
Macht nichts, verzieh sein Frauchen ihr großmütig. Und jetzt gehe ich und suche alles zusammen. Übrigens, wie komm ich eigentlich nach Burg Rabenstein?
Du kannst den Zug um zehn Uhr vierzig nehmen. Ich bringe dich zum Bahnhof. In Linning musst du umsteigen, und wenn du jetzt gleich eine Karte an Julius schreibst, hat er sie morgen und kann dich abholen.
Sofort, rief Georg glücklich, ich schreibe sofort! Ach, Mutter, ich hatte schon Angst, ich würde diese Erkältung überhaupt nicht mehr los. Ich gehe nie wieder an so einem kalten Tag schwimmen!
Das hast du letztes Jahr auch gesagt und das Jahr davor auch. Du hast ein sehr kurzes Gedächtnis, mein Liebling.
Komm, Tim, komm!, rief Georg lachend. Wie ein Wirbelwind jagten die beiden aus dem Zimmer, und die Tür schlug hinter ihnen zu, dass das Haus bebte.
Sekunden später öffnete sich die Tür zum Arbeitszimmer und eine ärgerliche Stimme rief: Wer macht denn da solchen Lärm? Kann denn niemand in diesem Haus Rücksicht nehmen?
Georg grinste, während sie die Treppe hinaufjagte. Ihr Vater regte sich immer über andere auf, dabei war er selber der Schlimmste. Hastig suchte
sie eine Postkarte heraus. Sie musste sofort schreiben, wenn Julius sie morgen noch bekommen sollte; außerdem fand sie es schick, wenn man sie abholte. Morgen geht's los, sagte sie zu Tim, der zu begreifen schien, was bevorstand. Du kommst natürlich mit, dann sind wir fünf wieder zusammen. Freust du dich, Alter, ja? Ich mich auch!
Sie schrieb die Karte und lief hinunter, um sie in den Briefkasten zu werfen. Krachend flog die Haustür hinter ihr ins Schloss und ihr Vater fuhr zusammen. Er war ein bekannter Wissenschaftler, klug, ungeduldig, leicht aufbrausend und sehr vergesslich. Er wünschte sehnlichst, seine Tochter wäre ihm nicht so ähnlich, er wünschte sich eine wie seine stille, zarte Nichte Anne.
Georg warf die Karte in den Briefkasten. Sie enthielt nur wenige Sätze: Bin gesund. Komme morgen zwölf Uhr. Holt Tim und mich ab. Georg.
Dann begann sie, die Sachen, die sie mitnehmen wollte, herauszusuchen, und ihre Mutter kam, um ihr zu helfen. Wie immer wollte Georg so wenig wie möglich einpacken, vor allem keine warmen Pullover, aber ihre Mutter war anderer Ansicht. Es gelang ihr jedoch nicht, ihre Tochter zu überreden, auch ein Kleid mitzunehmen.
Ich möchte wissen, wann du endlich aufhören wirst, wie ein Junge herumzulaufen und dich auch so zu benehmen, sagte sie kopfschüttelnd und rief dann lachend: Schon gut, schon gut, nimm diese grässlichen alten Shorts mit, wenn es unbedingt sein muss, aber bitte auch diese warme Jacke, und pack sie nicht wieder aus, wie du es schon einmal getan hast. Eine Decke brauchst du übrigens auch, im Wohnwagen ist es nachts noch kühl um diese Jahreszeit.
Ich bin ja gespannt, wie die beiden Vehikel aussehen, sagte Georg und stopfte die Jacke in den Koffer. Komisch und altmodisch, hat Julius geschrieben. Wahrscheinlich so ähnlich wie die von Zirkusleuten.
Oh, Kind, du hustest ja schon wieder!, rief ihre Mutter plötzlich.
Das ist nur vom Staub, erklärte Georg, bekam vor lauter Anstrengung, den Husten zu unterd
rücken, einen roten Kopf und trank hastig ein Glas Wasser. Nicht auszudenken, wenn sie doch nicht fahren durfte.
Aber das gefürchtete Verbot blieb aus. Georgs Mutter schwieg und dachte: Eine Luftveränderung wird ihr gut tun und außerdem braucht sie Gesellschaft. Sie ist nicht gern allein, besonders dann nicht, wenn sie weiß, dass die drei Freunde die Ferien ohne sie verleben.
An diesem Abend war Georg restlos glücklich. Vierzehn Tage lang würde sie mit Anne, Julius und Richard eine herrliche Zeit verbringen. Wenn nur das Wetter gut blieb!
Da läutete das Telefon.
Georgs Mutter ging an den Apparat. Hallo, sagte sie. Oh, du bist es, Julius? Es ist doch alles in Ordnung?
Aufgeregt raste Georg in die Diele. Was sollte denn schon passiert sein? Klar war alles in bester Ordnung! Hoffentlich rief Julius nicht an, um sie auszuladen. Am liebsten hätte sie ihrer Mutter den Hörer aus der Hand gerissen.
Was sagst du?, fragte die gerade. Ich begreife nicht, wovon du sprichst. Ja, natürlich ist Onkel Quentin hier. Warum sollte er nicht? Nein, er ist nicht verschwunden! Wovon sprichst du eigentlich?
Georg wartete ungeduldig wie noch nie. Was bedeutete das alles? Ach, wahrscheinlich nichts Besonderes. Oder hatten die anderen wieder etwas herausgefunden?
Endlich legte ihre Mutter den Hörer auf und sagte: Sei doch nicht so zappelig, steh doch einen Augenblick still, du kannst ja morgen fahren. Julius hat nur angerufen, um zu erfahren, ob Vater vielleicht einer der Wissenschaftler ist, die plötzlich verschwunden sind. In der Abendzeitung muss etwas darüber stehen. Der gute Junge war in Sorge.




EAN: 9783570033296
ISBN: 3570033295
Untertitel: Band 19. Originaltitel: Five Have a Wonderful Time. 'Einzelbände'. Empfohlen ab 10 Jahre. Illustriert.
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: Juli 1988
Seitenanzahl: 192 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Ilse Winkler-Hoffmann
Format: gebunden
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