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Ich, dein Kater und die zehn Gebote


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kartoniert
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Mai 2007

Beschreibung

Beschreibung

Das Buch beinhaltet zehn Kapitel, angelehnt an die Zehn Gebote aus dem alten Testament,in Form von lustigen und unterhaltsamen Katzengeschichten die manchmal nachdenklich stimmen.Abschlußblatt:"Du sollst alle Gebote halten, auf das du nicht in die Hölle kommst, wo es mich nicht gibt, und du schmachten wirst aus Einsamkeit und Traurigkeit und durch schreckliche Sehnsucht und Schuldgefühle bestraft wirst.Denn ich bin Dein Kater! Dein Herr!Ein rachsüchtiger, eifersüchtiger Kater!"

Portrait

Als Mutter von vier Kinder, Ehemann und Oma dazu, hat man schon eine kleine Firma zu leiten. Felix ist keine Phantasiegestalt, den gibt es wirklich und es gibt noch andere manchmal schreckhafte, manchmal lustige Geschichten, die Wert wären auf dem Papier gebracht zu werden. Ich wollte aber keinen gruseligen Roman schreiben, sondern ein unterhaltsames Büchlein. Felix ist es Wert! Wir nehmen seine Allüren nicht ernst, wir lernen uns zu wundern. Das Foto ist auch echt, man denkt sogleich: "Oh! Mit dem ist nicht gut Kirschen essen!" Das stimmt allerdings, er sieht aber selten so grimmig aus. Seine Schmuseseite ist umwerfend, damit bügelt er alles immer wieder glatt. Felix hat eine faszinierende Persönlichkeit.

Leseprobe


Schmidt, Dorothea:
Ich, dein Kater und die zehn Gebote


Gebot 8 - Du sollst nicht falsch Zeugnis reden...

Gefahr an der Katzentür

Es war spät, nach elf Uhr nachts, und ich hatte keine Lust wegen
eines Messers, das in die Schublade in die Küche gehörte,
die Treppen herunterzulaufen. Ich mußte aber aufpassen und
das Messer so auf den Flur nach unten werfen, daß es flach auf
den Teppich kam, damit keine Löcher entstanden. Morgen früh
würde ich es mit in die Küche nehmen. Ich überlegte mir noch
die Wurfrichtung und warf das Messer.
In dem Moment kam Felix durch die Katzentür mit einer zappelnden
Maus im Maul. Das Messer landete auf der Spitze direkt
vor ihm, blieb im Teppich stecken und wippte leicht hin
und her. Felix schaute zu mir hoch, die Maus piepste.
"Oh, Felix, Entschuldigung . woher sollte ich wissen daß du
kommst!" stammelte ich und kämpfte mit einem Lachanfall.
Felix setzte sich hin und mit einem wütenden Blick auf mich
und ließ die Maus los. Diese blieb erstmal erschrocken stehen.
Der Kater stand auf, drehte sich um und ging durch die Katzentür
wieder hinaus.
-"Nein!" schrie ich, "Nein! Bitte komm zurück und hol die
Maus! - Felix! Hol die Maus sofort wieder! - Felix!"
Von meiner Stimme erschrocken rannte die Maus weg.
Sie lief zwischen die Schuhe. Von meinen Rufen alarmiert waren
alle vier Kinder, die Oma und mein Mann gekommen.
Die Maus-Jagd begann, jeder bewaffnete sich mit dem, was er
dachte, daß es Erfolg bringt: Handschuhe, Besen, Konservendose,
Küchentuch. Ich ging hinaus laut nach Felix rufend, es
war dunkel und es regnete.
Felix war bestimmt beleidigt und an einem trockenen Plätzchen.
Er hatte viele Beobachtungsposten um das Haus herum.
Ich rief noch ein paar Mal nach ihm, suchte nach ihm an bestimmten
Plätzen, versprach Leckereien, wenn er doch kommen
würde, bettelte, drohte, zu guter Letzt gab ich es auf. Es
war hoffnungslos, einen schwarzen Kater in der verregneten
schwarzen Nacht zu suchen, wenn er selber nicht kommen
wollte.
Enttäuscht und durchnäßt ging ich wieder hinein.
Meine Familie hatte viel Spaß am Mausfangen. Die Maus war
flink und entwischte immer wieder, vom Flur kam sie in die
Küche, von dort weiter ins Wohnzimmer. Oma kam jedem in
die Quere, mein Mann versuchte die Schlacht zu organisieren,
die Maus machte allen einen Strich durch die Rechnung, alle
schrieen durcheinander und keiner fing sie.
Ich machte den Spaß nicht mit, ich setzte mich nachdenklich
auf einen Stuhl. Einer der Kinder kam mit dem Messer in der
Hand, um mich zu fragen ob ich damit nach der Maus geschmissen
hätte.
"Nein. Nach Felix!" Die Jagd hörte augenblicklich auf.
Alle starrten mich an. Die Maus huschte unter den Fernseher.
"Nein, nein, eigentlich nicht nach Felix, es war nur ein Zufall,
das wollte ich nicht, aber ich hätte Felix fast getroffen! Und
dann hat er die Maus freigelassen."
- " Auweia!!", sagte der Kleine, nahm das Messer und legte es
in die Spüle.
Erschöpft beendete meine Familie die Mäusejagd.
"Es ist schon ein Uhr in der Nacht, macht mal Schluß für heute.
Morgen müssen alle früh aufstehen, die Maus kann warten.
Vielleicht kommt Felix herein und fängt sie." sagte ich kleinlaut.
Bedeutungsvolle Blicke trafen mich, keiner glaubte daran.
Sie sollten Recht behalten.
Die Maus bekam von Felix Narrenfreiheit, sie konnte alles anknabbern,
sich überall bewegen, auf die Schränke, Gardinen,
Regale klettern, hatte überall Zugang und wurde richtig rund,
da sie so gut genährt war. Leider blieb sie flink und konnte
auch mit vereinten Kräften nicht gefangen werden.
Sie ging in keine Mäusefalle hinein und fraß auch keine vergifteten
Körner, ich glaubte daß Felix sie telepatisch konditioniert
hatte.
Mit der Zeit wurde sie immer frecher.
"Hilfe!!! - Die Maus! - Die Maus! Komm schnell, die Maus
sitzt auf meinem Kopfkissen, wir müssen sie fangen! Schnell!"
schrie die große Tochter. Alle rannten hin, nur ich nicht; mein
Mann und die Oma waren mit von der Partie, sechs Personen
und eine Maus in einem Kinderzimmer. Das konnte nicht gut
gehen. Da ging einiges zu Bruch, das Zimmer wurde halb demoliert,
aber die Maus nicht gefangen.
An einem anderen Tag rief mein Ältester.
"Alle schnell herkommen! Schnell! Die Maus ist da! - Auf
dem Tisch! Sie schaut mich an und putzt sich! - Kommt
schnell! Wir können sie fangen"
Von wegen, sie wurde nicht gefangen. Aber meine Familie
hatte wieder eine Stunde Spaß gehabt. Erschöpft und müde gab
sie die Jagd auf. Aber nicht für lange.
Nach einer Woche hörten wir die jüngste Tochter kreischen:
"Iiiiii! - Die Maus ist da! - Iiii! - Sie ist in meinem Schulranzen!
- Meine Hefte, mein Schulaufgaben . Sie frißt sie bestimmt
auf . Hilfeeee! - Die Maus!"
Eine Maus im Schulranzen ist bestimmt leicht zu fangen.
Alle rannten hin, die Oma war die erste, dann mein Mann und
die Kinder. Als ich von nebenan hörte, was alles zu Bruch
ging, dachte ich ernsthaft über ein Jagdverbot nach.
Es war nur eine Frage der Zeit bis sie auch den Jüngsten besuchte.
Das war in der Nacht. Auf dem Flur hörte ich leise
Stimmen und nackte Füße laufen.
"Psst! Nicht die Mama wecken! Leise! Die Maus ist unter meinem
Bett, sie knabbert dort etwas. Wir fangen sie bestimmt!
Psst!"
Aha, das sind nur die Kinder!
Ich schickte an den lieben Gott ein Stoßgebet, daß sie es schaffen
die Maus zu fangen. Vielleicht geht es besser ohne Erwachsene.
Gespannt lauschte ich dem Holterdipolter von nebenan,
sie gaben sich wirklich Mühe keinen Krach zu machen.
Dann hörte ich sie wieder auf dem Flur miteinander reden.
"Wir müssen die Oma wecken, sie soll in der Tür bleiben und
die Maus fangen, wenn wir sie verscheuchen!" Alle waren damit
einverstanden, einer ging Oma wecken. Oma kam, alle
gingen ins Zimmer, machten hinter sich die Tür zu. Dann ging
es los . dann kehrte Ruhe ein! Hatten sie die Maus gefangen?
Wieder Stimmen auf dem Flur, sie beratschlagten sich. Mein
Mann sollte als Verstärkung geholt werden. Ah, so! Mein
Wunsch erfüllte sich noch nicht!
Er schnarchte leicht neben mir. Das Problem war, wie Papa
wecken, ohne daß Mama wach wird? Einer traute sich, diese
schwierige Aufgabe zu übernehmen. Ich stellte mich schlafend,
es war drei Uhr in der Nacht. Mein Mann gesellte sich dazu, im
Zimmer nebenan ging es rund.

EAN: 9783833497490
ISBN: 3833497491
Untertitel: Paperback.
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: Mai 2007
Seitenanzahl: 64 Seiten
Format: kartoniert
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