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Erziehung vor Verdun


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April 2001

Beschreibung

Beschreibung

Noch in den 30er Jahren in acht Sprachen übersetzt, blieb dieser Roman deutschen Lesern bis nach dem Zweiten Weltkrieg vorenthalten. Diese neue Ausgabe, im Wortlaut der Erstausgabe von 1935, bietet im umfangreichen Anhang eine Fülle von Material zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. - Verdun, Inbegriff für die erste große Materialschlacht und Massengrab im Ersten Weltkrieg, wird für den Schriftsteller Bertin zum Ort des Umdenkens. Ebenso erbittert wie vergeblich arbeitet der - in doppelter Bedeutung - kurzsichtige Intellektuelle an der Aufdeckung eines Mordes. So stark sich Zweig gegen den Krieg und für Recht und Gerechtigkeit engagiert, er ist zugleich Realist. Die Erfahrungen der geschichtlichen Entwicklung bis 1933 vor Augen, demonstriert er im Roman, wie gerade die gefährlichen Figuren unter den Etappenoffizieren mit ihren chauvinistischen Parolen in den letztlich mörderischen Intrigen siegen.

Die Berliner Ausgabe wird herausgegeben von der Humboldt-Universität zu Berlin und der Akademie der Künste, Berlin. Bislang liegen acht Bände vor. Wissenschaftliche Leitung: Frank Hörnigk in Zusammenarbeit mit Julia Bernhard. In Vorbereitung: Der Streit um den Sergeanten Grischa (Frühjahr 2002); Das ostjüdische Antlitz/Das neue Kanaan (Frühjahr 2003)

Portrait

Seinen ersten großen Erfolg erzielte der jüdische Schriftsteller Arnold Zweig mit seinen psychologisierenden "Novellen um Claudia" (1912). Der Sohn eines Sattlermeisters studierte acht Jahre lang Germanistik, Anglistik, Romanistik, Philosophie, Kunstgeschichte und Soziologie und war beeindruckt von den Lehren Husserls, Schelers und Nietzsches. Die Teilnahme am Ersten Weltkrieg und die daraus resultierenden Erfahrungen verarbeitete er in einem vierbändigen Romanzyklus ("Der Streit um den Sergeanten Grische", "Junge Frau von 1914", "Erziehung vor Verdun", "Einsetzung eines Königs", "Die Zeit ist reif"), einer kaleidoskopartige Chronik der Kriegszeit. Als Jude, der sich in den Zwanziger Jahren für einen utopischen Sozialismus engagierte, musste Zweig 1933 über Prag und Wien nach Frankreich emigrieren, traf dort auf Brecht, Heinrich und Thomas Mann und Lion Feuchtwanger und ließ sich schließlich in Palästina nieder, wo er mit "Das Beil von Wandsbek" einen Roman über Schuld und Sühne im Dritten Reich verfasste. 1948 kehrte Zweig nach Ost-Berlin zurück und wurde dort zum hoch dekorierten Schriftsteller, weshalb man ihm in der BRD lange Zeit reserviert begegnete. Erst in der jüngsten Zeit wird seine geistige Verbundenheit mit bürgerlichen Wertvorstellungen und dem Gedankengut Freuds und Nietzsches wieder herausgearbeitet.
EAN: 9783351034054
ISBN: 3351034059
Verlag: Aufbau Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: April 2001
Seitenanzahl: 580 Seiten
Format: gebunden
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