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Geheime Verrücktheit


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Oktober 2000

Beschreibung

Beschreibung

Grundlegendes zur Theorie der Borderline-St¿rungen Green thematisiert aus psychoanalytischer Sicht die sogenannten "Grenzf¿e" im ¿erschneidungsbereich von Neurose, Psychose, Depression und Perversion. Die Fortentwicklung der psychoanalytischen Theorie von Freud bis heute wird daraufhin untersucht, wie dieser schwierigen Patientengruppe begegnet werden kann, deren ¿ertragung teils vollkommen unterk¿hlt bis abweisend ist, teils aber auch ¿berhitzt bis an die Grenze der psychotischen ¿ertragung. Green untersucht im vorliegenden Buch - unter Bezug auf Winnicott, Bion und Rosenfeld und in klarer Abgrenzung zu Lacan - die Grenzen und ¿erg¿e zwischen Somatischem und Psychischem, Innen und Au¿n, dem Selbst und dem Anderen. Er verl¿ dabei das Neurosenmodell Freuds und plaziert die "Grenzf¿e", die in mancher analytischen Praxis heute die Mehrzahl der Patienten stellen, in den Mittelpunkt seiner Theoriebildung: "Die Grenzf¿e scheinen eine Position auf einer Kreuzung einzunehmen, auf einer Art Drehscheibe, von der aus sich sowohl Neurose wie Psychose, aber auch Perversion und Depression besser verstehen lassen". Der Analytiker hat es dabei oft mit Ph¿menen zu tun, die einer "Logik der Verzweiflung" folgen: Selbstha¿zum Schutz des Objekts, Derealisierung und Psychose als Versuche der Rettung des Ichs vor dem Objekt. F¿r Green ist das Todestriebkonzept nicht das Ende der Psychoanalyse, sondern Herausforderung, dem "inneren Krieg" zwischen Eros und Destruktivit¿in der analytischen Theorie und Praxis angemessen Rechnung zu tragen; nur so k¿nnten analytische Auswege aus Masochismus und negativer therapeutischer Reaktion gefunden werden. ¿erwiegt Eros - und damit Liebe, Sexualit¿ Bindung - f¿hrt der weitere Weg in Neurose bzw. weitere psychische Verarbeitung bis hin zu Symbolisierung und Sublimation, siegt die Destruktivit¿ geht der Weg in Perversion oder Psychose. Green zeigt auf, wie Leidenschaft und "geheime Verr¿cktheit" des Analysanden so aufgenommen und verstanden werden k¿nnen, da¿repetitive "endlose Analyse" ebenso vermieden werden kann wie destruktiver Abbruch oder sterile "Pseudoanalyse". Andr¿reen ist Psychiater und Psychoanalytiker, Lehranalytiker in der Soci¿ Psychanalytique de Paris und produktivster zeitgen¿ssischer Analytiker Frankreichs. Zahlreiche Buchver¿ffentlichungen und Zeitschriftenbeitr¿. Eike Wolff ist Psychoanalytiker in der Soci¿ Belge de Psychanalyse und der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung, nach anf¿licher freier Praxis in Frankfurt/M. und 8 Jahren in Paris seit 1995 in Br¿ssel.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt
Einleitung von Eike Wolff: André Green - Leben und Werk. Bibliographie

Warum Krieg - warum Krankheit?
Freuds Theoriewende der 20er Jahre

Passionen und Passionsschicksale
1. Zu den Beziehungen zwischen Verrücktheit und Psychose
2. Verrücktheit und Leidenschaft
3. Psychose oder Verrücktheit?
4. Fünf Psychoanalysen: Neurosen, Psychose, Grenzfall
5. Leidenschaft - Trieb
6. Verrücktheit in der Übertragung - psychotische Übertragung
7. Das Es und das Ich
8. Theoretische Rechtfertigung der Unterscheidung von Verrücktheit und Psychose
9. Varianten eines Entstehungsmythos
10. Passivierung
11. Die Leidenschaften und ihre Schicksale

Psychoanalytische Theorien über den Affekt
1. Vorbemerkungen
2. Der Affekt bei Freud
3. 'Affekte' seit Freud
4. Persönliche Bemerkungen
5. Zusammenfassung

Analytiker, Symbolisierung und Abwesenheit im Rahmen der psychoanalytischen Situation
1. Über Veränderungen der analytischen Praxis und Erfahrung
2. Veränderungen im psychoanalytischen Feld (Einschätzung der Veränderung aus objektiver und
subjektiver Sicht)
3. Aktuelle Probleme aus der parallelen Entwicklung von Theorie und Praxis. Der psychische Funktionsablauf und der analytische Rahmen
4. Schlußbemerkungen
5. Zusammenfassung

Das Schweigen des Psychoanalytikers
1. Abstinenz und anderes Gold
2. Zur Metapsychologie des Schweigens
3. Von der Traumdeutung zur Traum-Sitzung
4. Unter dem Siegel
5. Übergänge
6. Schach den Sirenen

Was zuviel ist, ist zuviel.
Zum Beitrag der Kleinianischen Schule

Warum Böses?
1. Gut - böse: von Freud zu Melanie Klein
2. Vom Negativ der Perversion zur negativen therapeutischen Reaktion 3. Sexualität: Norm und Anormalität
4. Schuldgefühl und Liebe zum Bösen
5. Literarische Parenthese
6. Von der Transgression zur Triebentmischung
7. Das sichtbare Böse
8. Altes und Neues
9. Warum?

Portrait

Andre Green ist Psychiater und Psychoanalytiker, Lehranalytiker in der Societe Psychanalytique de Paris und produktivster zeitgenössischer Analytiker Frankreichs. Zahlreiche Buchveröffentlichungen und Zeitschriftenbeiträge.


EAN: 9783932133992
ISBN: 3932133994
Untertitel: Grenzfälle der psychoanalytischen Praxis. 'Bibliothek der Psychoanalyse'.
Verlag: Psychosozial Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2000
Seitenanzahl: 312 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Eike Wolff
Format: kartoniert
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